Editorial

Editorial 11/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die bewährten betrieblichen Verfahren und Regeln sorgen für die hohe Sicherheit des Bahnverkehrs, aber auch sie schützen nicht vor der Einwirkung höherer Gewalt, wie zuletzt das Sturmtief „Xavier“ gezeigt hat. Damit der Betriebsablauf soweit wie möglich gewährleistet oder wiederhergestellt werden kann, trifft die Bahn Vorkehrungen für solche Ereignisse und ihre Folgen. Wie schon oft festgestellt, bleibt aber in allen Regelwerken und technischen Systemen immer der Einfluss des „Faktors Mensch“.

Mit diesem Aspekt beschäftigt sich der Leitartikel von Dirk Menne. Darin zeigt er auf, wie die sichere Ausführung von Bedienhandlungen der Triebfahrzeugführer durch Signalansagen unterstützt werden kann, und blickt dazu auf die Praxis bei den japanischen Bahnen. Kommt es zu Großstörungen im Betrieb, die mit den bestehenden Handlungsroutinen nicht mehr bewältigt werden können, bildet der Infrastrukturbetreiber einen Zentralen Arbeitsstab zur Koordinierung des Krisen- und Störungsmanagements. Tobias Behringer und Sascha B. Vielmetter von DB Netze Fahrweg stellen seine Struktur und seine Aufgaben vor. Für den Fall, dass Fahrgäste oder Zugpersonale in eine unmittelbare Notlage geraten, kommen die Rettungszüge der DB Netz zum Einsatz, auf die Mathias Stockmann von der Beschaffung der DB AG eingeht.

Lesen Sie außerdem: Mit einem Masterplan wollen Bahnbranche und Politik den Schienengüterverkehr für die Zukunft aufstellen, die öffentlichen Verkehrsunternehmen treiben die digitale Vernetzung mit einer neuen Plattform voran, und: Digitales Planen und Bauen mit BIM in der Praxis.

Viele Anregungen und Erkenntnisse beim Lesen wünscht

Ihr Martin Nowosad,

Chefredakteur

 

Editorial 10/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was wir in der vorherigen Ausgabe für das automatisierte Fahren festgestellt haben, gilt auch für die Elektromobilität: Beide Themen nimmt die Autoindustrie für sich in Anspruch, obwohl die Schiene in beiden Fällen der eigentliche Vorreiter ist. Zu sehen ist dies zum Beispiel am öffentlichen Personennahverkehr, der mit elektrischen, schienengebundenen Verkehrsmitteln für umweltfreundliche urbane Mobilität steht.

Der Umstieg von Diesel- auf Elektroantriebe für die Straße ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit. Den Stand der Entwicklung im ÖPNV und die nun anstehenden Aufgaben beschreibt BVG-Chefin Sigrid Nikutta in unserem Leitartikel: Sie reichen von der Fahrzeugentwicklung über Lade- und Instandhaltungskapazitäten bis hin zu Finanzierungsinstrumenten.

Aber auch die klassische Infrastruktur für die öffentlichen Verkehrsangebote auf Schiene und Straße darf nicht vernachlässigt werden, sondern muss mit der steigenden Nachfrage in den Städten Schritt halten. In diesem Zusammenhang zeigt VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel auf, wie der Verkehrsverbund der Metropolregion Berlin-Brandenburg das Schienennetz für den prognostizierten Bedarf weiterentwickelt – und wie die Fahrgäste eine Zugfahrt in einer Regionalbahn im Jahr 2025 erleben könnten.

Wie aktuell die Frage nach der Autonomisierung der Bahnbranche ist, zeigen gleich mehrere Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten dieses Themas von fahrerlosen ÖPNV-Shuttles über den sogenannten Güterwagen 4.0 und der Vision eines vollautomatischen Bahnsystems bis hin zum Projekt „Fahr umweltbewusst“, mit der die Allianz pro Schiene den Einsatz von Fahrerassistenzsystemen im Personen- und Güterverkehr voranbringen will. Der Bahn Fachverlag ist Mitglied im Projektbeirat, und Verlagsleiter Thorsten Breustedt fasst in einem eigenen Beitrag den derzeitigen Stand der Diskussionen zusammen.

Viele Anregungen und Erkenntnisse beim Lesen wünscht Ihr

Ihr Martin Nowosad,

Chefredakteur

 

Editorial 09/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

alle reden vom autonomen Fahren auf der Straße, dabei ist die Schiene seit 30 Jahren Vorreiter in Sachen Automatisierung: So bringt es Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, für gewöhnlich auf den Punkt. Dass die Automobilbranche den Begriff besetzen konnte, ist das Resultat von effektiver Lobbyarbeit und erfolgreichem Selbstmarketing – diesbezüglich kann die Bahn sicher von der Autoindustrie lernen. Immerhin hat die Popularität des Themas dazu geführt, dass sich LST- und Betriebsexperten verstärkt darüber Gedanken machen, wie die Erträge der Digitalisierung für die zukünftige Betriebssteuerung nutzbar gemacht werden können.

Um auf der Basis existierender technischer Lösungen einen neuen Schub in der Automatisierung des Bahnbetriebes auszulösen, bedarf es nur eines Anstoßes. Das schreibt Prof. Jürgen Trinckauf, Inhaber des  Lehrstuhls für Verkehrssicherung der TU Dresden, in unserem Leitartikel. Einem hochautomatisierten, fahrerlosen Fahren auch im allgemeinen Eisenbahnverkehr stehen keine wesentlichen technischen Probleme entgegen. Zu bewältigen sind aber bahnspezifische betriebliche Herausforderungen, auf die Prof. Jörn Pachl, Leiter des Instituts für Eisenbahnwesen der TU Braunschweig, in seinem Beitrag eingeht.

Lesen Sie außerdem: Auf Sylt ist Thales und der DB die Anbindung eines elektronischen Stellwerkes mittels Kryptografietechnik gelungen, mit der Software iTrace erfasst DB Netz die Bedarfe der Kunden bei der Entwicklung der Schieneninfrastruktur, und: In Abu Dhabi können Auszubildende das „Railway Diploma“ erwerben – ein Qualifizierungsangebot der DB Railway Academy für betriebliche Personale.

Viele Anregungen und Erkenntnisse beim Lesen wünscht

Ihr Martin Nowosad,

Chefredakteur

 

Editorial 08/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in wenigen Wochen kommt die internationale Bahnindustrie zum Railway Forum in Berlin zusammen. Dort beraten die Deutsche Bahn und ihre Industriepartner darüber, wie sich der Sektor im Wettbewerb behaupten kann. Intelligente Mobilitätsketten, innovative Zugkonzepte und zukunftsweisende Instandhaltungsstrategien sind einige der Bausteine, die diskutiert werden.

Im Leitartikel gibt Manuel Gerres, Geschäftsführer von DB Digital Ventures, einen Überblick über die vielfältigen Kooperationen der Bahn mit innovativen Jungunternehmen. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit fließen in alle Bereiche und Geschäftsfelder ein und leisten ihren Beitrag zur Umsetzung von Zukunft Bahn. Ein zentrales Handlungsfeld dieses Programms ist die Pünktlichkeit. Produktionsvorstand Kai Brüggemann beschreibt, wie im Rahmen der Exzellenzinitiative OPEX Methoden des Lean Management auf alle Bereiche des Fernverkehrs der DB ausgeweitet werden, um Qualität und Leistung im Produktionssystem zu steigern.

Auch der Güterverkehr muss besser werden, um sich Marktanteile von der Straße zurückzuholen. Wie das aussehen kann, zeigt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit NGT Cargo – einem umfassenden Konzept für den Schienengüterverkehr der Zukunft, das von den Fahrzeugen über den Betrieb bis zum Güterumschlag reicht.

Ein Beitrag der Instandhaltung zur Wettbewerbsfähigkeit ist die Erhöhung der Fahrzeugverfügbarkeit. Die „predictive maintenance“ kann die Instandhaltung revolutionieren, schreibt unser Autor Michael Rüffer. Dass die Digitalisierung in den Unternehmen nicht ohne die Mitarbeiter gelingen kann, wurde auf dem Kongress Fahrzeuginstandhaltung von DB Training deutlich.

Lesen Sie außerdem: die Leiterin des DB-Projektes 3D-Druck im Interview, einen Überblick über die Bremssysteme im Eisenbahnverkehr, und: Management 3.0 – welche Kompetenzen Führungskräfte in agilen Organisationen brauchen.

Viele Anregungen und Erkenntnisse beim Lesen wünscht

Ihr Martin Nowosad,

Chefredakteur

 

Editorial 07/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

den Mitarbeitern im Betrieb kommt für das System Bahn seit jeher eine Schlüsselrolle zu. Ganz besonders gilt dies für die Fahrdienstleiter, einer der wichtigsten beruflichen Funktionen im Bahnbetrieb überhaupt. Ihr Aufgaben- und Berufsprofil ändert sich kontinuierlich mit der Evolution der Stellwerkstechnik: So arbeitet die DB Netz AG derzeit an der Neuausrichtung der Betriebssteuerung – ein Wandel des Berufsbildes des Fahrdienstleiters von einer Steuerungs- zu einer Überwachungsfunktion wird die Folge sein.

Die verantwortlichen Projektleiter Dr. Jörg Bormet und Ralf Rausch beschreiben im Leitartikel dieser Ausgabe die Betriebssteuerungsstrategie der DB Netz AG. Neben den neuen Steuerzentralen sind integrierte Bediensysteme ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung. Alles von überall aus bedienen – wie das funktionieren soll, erklärt Autorin Ina Bleicher vom Anlagenmanagement der DB Netz in ihrem Beitrag.

Bei den Verkehrsunternehmen wiederum geht in der Operative nichts ohne die Triebfahrzeugführer. Um sie wird intensiv geworben: So hat die SBB Deutschland eine eigene Akademie für Ausbildung und Vermittlung von Lokführern gegründet, die Geschäftsführer Matthias Birnbaum in diesem Heft vorstellt.

Lesen Sie außerdem: Mit dem DB-Fachbuch „Grundlagen des Bahnbetriebs“ wird ein Klassiker neu aufgelegt, die DB Rail Academy qualifiziert Fach- und Führungskräfte weltweit, welche Aufgaben ein Sicherungsüberwacher auf der Gleisbaustelle hat, und: Wie Frauen in führenden Positionen der Bahnbranche ein Rekrutierungs- und Karrierenetzwerk aufbauen.

Zum Abschluss nicht unerwähnt bleiben soll der kürzlich verabschiedete Masterplan Schienengüterverkehr (siehe Meldung) – was er im Einzelnen mit sich bringt, darüber berichten wir in einem der kommenden Hefte.

Viele Anregungen und Erkenntnisse beim Lesen in dieser Ausgabe wünscht

Ihr Martin Nowosad,

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Editorial 06/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach dem Schienennetz ist die Bahnhofsinfrastruktur an der Reihe: Mehr als 5 Milliarden Euro fließen bis 2022 in die Modernisierung von Verkehrsstationen. Im Vordergrund stehen, wie beim gesamten Programm Zukunft Bahn, der Kunde und die Qualität. Gut zugänglich, sauber, sicher, zuverlässig funktionierend und informativ sollen die Personenbahnhöfe sein, darüber hinaus auch einladend, freundlich, grün, unterhaltsam: Orte also, an denen man sich gerne aufhält. Visitenkarte der Bahn, Tor zur Stadt, Mobilitätsdrehscheiben – das sind einige der Attribute, die das Bild des Personenbahnhofs und seines direkten Umfelds als urbanes Verkehrs- und Dienstleistungszentrum beschreiben.

Im Leitartikel gibt Ute Möbus, Vorstand Finanzen der DB Station&Service AG, einen Überblick darüber, in welche Bereiche und Vorhaben die Gelder fließen. Gleichzeitig räumt sie mit einigen populären  Bahnhofsmythen auf. In weiteren Beiträgen berichten die Autoren dieser Ausgabe unter anderem über die Digitalisierung des Facility Managements, das neue Reinigungskonzept, innovative Projekte zur Aufwertung des Bahnhofsumfelds und die Verwandlung eines Bahnhofs in ein Lichtkunstwerk.

Ein Bahnhof ist nicht nur ein Ort, an dem Menschen aus dem ganzen Land und darüber hinaus zusammen kommen. Auch die Vielfalt der Verkehrsunternehmen wird dort sichtbar. Nahverkehr auf der Schiene boomt und will gut finanziert und organisiert werden. Dafür sorgt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger, kurz BAG-SPNV. Wie Dach- und Einzelorganisation zusammenarbeiten, erklärt Hauptgeschäftsführer Frank Zerban.

Lesen Sie außerdem: ZukunftPlus eröffnet neue berufliche Perspektiven im Verkehrsmarkt, die SOB stattet ihre Betriebszentralen mit einem Anwendungspaket für BKU-Rechner aus, und DB Cargo arbeitet mit einer Initiative zusammen, die offene Karten des Schienennetzes erstellt.

Viele Anregungen und Erkenntnisse beim Lesen in dieser Ausgabe wünscht

Ihr Martin Nowosad,

Chefredakteur

 

Editorial 05/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Modernisierung des Schienennetzes in Deutschland läuft auf Hochtouren: 7,5 Milliarden Euro wollen allein in diesem Jahr verbaut werden. Der DB-Infrastrukturvorstand zog im Frühjahr ein positives Fazit des laufenden Sanierungsprogramms, das die Leistungsfähigkeit der bestehenden Bahninfrastruktur sicherstellen soll. Damit das Netz das wachsende Verkehrsaufkommen auf der Schiene bewältigen kann, müssen aber auch neue Kapazitäten geschaffen werden.

Den gesetzgeberischen Rahmen für den Neu- und Ausbau bildet der Bundesverkehrswegeplan, der zum Ende vergangenen Jahres in Kraft trat. Wolfgang Bohrer, Leiter der Infrastrukturplanung bei DB Netz, zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: Eine Reihe wichtiger Bauvorhaben konnte in der Kategorie mit der höchsten Priorität untergebracht werden. Grundlage für das laufende Programm zur Bestandserhaltung ist die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung. DB Netz-Produktionsvorstand Roland Bosch und Roman Beck, Leiter LuFV- und Infrastrukturdatenmanagement, würdigen sie als ein innovatives Instrument nicht nur der Finanzierung, sondern auch der ergebnisorientierten Steuerung, das gewährleisten soll, dass die Qualitätsansprüche der Bauherren Bund und Bahn erfüllt werden.

Für das Management und die Planung ihrer Bauaktivitäten braucht die Bahn noch mehr Ingenieure: Weitere 1.000 von ihnen will die DB in diesem Jahr einstellen und hat für diese Zielgruppe eine Rekrutierungskampagne aufgesetzt, die Carola Hennemann vorstellt. Eine wichtige Rolle auf der Baustelle spielen die Gleisbaumeister. Für sie gibt es nun eine neue Weiterbildungsordnung, auf die Manfred Rimpler in seinem Beitrag eingeht.

Lesen Sie außerdem: Die DB Netz modernisiert ihren Fuhrpark für die Fahrwegpflege, Weichen erhalten ein Frühwarnsystem, und die Hochschule Mittelhessen entwickelt ein digitales Werkzeug für die nachhaltige Bauplanung.

Viele Anregungen und Erkenntnisse beim Lesen in dieser Ausgabe wünscht

 

Ihr Martin Nowosad,

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Editorial 04/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in Nordrhein-Westfalen haben die Bauarbeiten für den RRX begonnen – ein Meilenstein für den Schienenverkehr in der Region und gleichzeitig ein Einschnitt für die Deutsche Bahn: Die Verkehre auf den künftigen Verbindungen werden zwei Wettbewerber betreiben, der Marktanteil von DB Regio NRW geht mit der Betriebsaufnahme deutlich zurück.

Daran wird einmal mehr deutlich, wie stark der Druck auf die Nahverkehrstochter der Bahn, in der Fläche immer noch größter SPNV-Anbieter, geworden ist. Wie DB Regio ihre Marktposition behaupten will, legt Vorstandschef Jörg Sandvoß in unserem Leitartikel dar. Das Unternehmen will die Kunden mit Qualität und Innovation überzeugen und hat sich auf der Grundlage von „Zukunft Bahn“ strategisch neu aufgestellt. Im Rahmen dieses konzernweiten Programmes läuft auch die Transformationsinitiative, die sich mit der Art und Weise des Arbeitens in der DB beschäftigt. Jürgen Niemann, Geschäftsführer des Competence-Center Transformation, erläutert Themenfelder und Zielsetzung.

Lesen Sie außerdem: Wie DB RegioNetze an der Weiterentwicklung der Infrastruktur für einen attraktiven und effizienten SPNV arbeitet, wie der Personenverkehr der DB soziale Medien im Dialog mit dem Kunden einsetzt und wie der Bahnhof der Stadt Ludwigsburg zum „Wohlfühlbahnhof“ weiterentwickelt wird.

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Ihr Martin Nowosad,
Chefredakteur
 

Editorial 03/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

dass die vom ehemaligen DB-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube angestoßene Digitalisierungsoffensive im Konzern an Fahrt abnimmt, ist aber auch nach dessen Abgang nicht zu erwarten. Zum Ende vergangenen Jahres hat die DB ihre digitalen Aktivitäten mit der Gründung der Tochtergesellschaft Digital Ventures noch einmal aufgewertet. Auf der nun vor der Tür stehenden CeBIT, der weltgrößten Messe für  Informationstechnik in Hannover, präsentiert die Bahn die Früchte ihrer Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen aus der Startup-Szene.

Fest steht, dass die von der Digitalisierung angetriebene Veränderung der Arbeitsgesellschaft auch vor der Bahn nicht halt machen wird und kann. Beispielhaft dafür steht der in diesem Heft beschriebene, interne Veränderungsprozess bei DB Systel, der für Bahn-Verhältnisse geradezu revolutionär ausfällt. Eine immer größere Rolle spielt die Verarbeitung der immensen Menge an Daten, die bei der Bahn Tag für Tag anfallen. Aus ihnen soll nicht zuletzt neuer Nutzen für die Kunden erwachsen. Innerhalb des Konzerns hat sich die DB Systel zur Aufgabe gemacht, die Themen Cloud Computing und Open Data voranzutreiben. Im Leitartikel erläutert Gerhard Hofer, Geschäftsführer Operations, warum Digitalisierung und Cloud zusammen gehören und wie der DB-interne IT-Dienstleister die Bahn in die „Wolke“ führt. Wie aus der Analyse von Daten neue Geschäftsmodelle entstehen, verrät Tobias Friedrich in seinem Beitrag. Die Datenberge für die weitere Verwendung zu erschließen, ist Kernaufgabe von Data Scientists und Data Engineers. Hannah Richta von DB Cargo stellt die neuen Berufsbilder vor.

Lesen Sie außerdem in diesem Heft: Wie die Bundesnetzagentur den Wettbewerb auf dem Eisenbahnmarkt stärken will, warum unser Autor Michael Rüffer trotz fortschreitender Automatisierung skeptisch bezüglich der Möglichkeit autonomen Fahrens auf der Schiene ist, und wie die Technische Hochschule in Aachen ihr Profil als Standort für Forschung und Lehre im Bereich der Schienenverkehrstechnik schärft.

Eine angenehme und anregungsreiche Lektüre wünscht

Ihr Martin Nowosad,
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Editorial 02/2017

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das bekanntermaßen hohe Sicherheitsniveau des Verkehrsträgers Schiene wird durch ausgefeilte betriebliche Regelwerke und technische Einrichtungen gewährleistet, wie auch durch die Mitarbeiter, die diese qualifiziert anwenden und bedienen. Aufgrund einzelner Ereignisse, aber auch der zunehmenden technischen Möglichkeiten wird das Verhältnis zwischen Automatisierung und Steuerung durch den Menschen immer wieder neu diskutiert.

In unserem Leitartikel hebt Dirk Menne, seit Jahresbeginn Leiter Sicherheit im DB-Konzern, die Bedeutung systemischen Wissens für alle Verantwortlichen hervor, die Entscheidungen mit Einfluss auf die Betriebssicherheit treffen. Er nimmt dabei besonderen Bezug auf die vom Verordnungsgeber so benannten Leitenden oder Aufsichtführenden, und spricht sich für eine standardisierte Grundqualifikation für Führungskräfte aus.

Der Verkehrspsychologe Jan Grippenkoven vom DLR denkt wiederum in einem Beitrag darüber nach, warum sich Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer an Bahnübergängen über bestehende technische Barrieren und andere Warneinrichtungen hinwegsetzen, und welche Schlüsse sich daraus für die Verbesserung der Sicherungsmaßnahmen ziehen lassen. Einem klassischen Entscheidungs-Dilemma der Rechtsethik, dass durch das automatisierte Fahren auf der Schiene wieder auf den Plan gerufen wird, widmet sich die Stuttgarter Professorin Corinna Salander.

Neben diesen eher grundsätzlichen Überlegungen gehen die in dieser Ausgabe vertretenen Autoren auch auf konkrete Safety-Aspekte wie den Brandschutz oder die Bremstechnik ein. Lesen Sie außerdem in diesem Heft: Ein weiteres Hochschul-Porträt in unserer Reihe und ein Beitrag über die Regionalnetze der Deutschen Bahn, die im vergangenen Jahr ihr fünfzehnjähriges Bestehen feierten.

Eine angenehme und anregungsreiche Lektüre wünscht

Ihr Martin Nowosad,
Chefredakteur
 

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