Tunnelhavarie in Rastatt: DB will Rheintalbahn-Strecke im Oktober wieder öffnen

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Die Deutsche Bahn hat den Zeitplan für die Wiederherstellung des beschädigten Streckenabschnitts der Rheintalbahn zwischen Rastatt und Baden-Baden aktualisiert. Die DB und die Arbeitsgemeinschaft der am Tunnel Rastatt beteiligten Baufirmen verständigten sich Mitte September auf den 2. Oktober als Datum für die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs - das sind 5 Tage früher als in der ursprünglichen Planung anvisiert. Die Strecke ist damit insgesamt gut 7 Wochen gesperrt. Entlang des 160 Meter langen Bauabschnitts im Ortsteil Niederbühl wurde zunächst Beton im Umfang von 1.300 Lkw-Ladungen zur Stabilisierung in den beschädigten Teil der Tunnelröhre gepumpt. Oberhalb der Röhre wird eine 1 Meter dicke und 120 Meter lange Betonplatte zur Verstärkung des Baugrundes angebracht, anschließend der komplette Unter- und Oberbau wieder aufgetragen sowie Gleise und Signaltechnik neu installiert. Die beim Vortrieb eingesetzte Tunnelbohrmaschine wird mit einbetoniert.
 
Bei der Vorstellung des Zeitplans Ende August sagte Dirk Rompf, Vorstand Großprojekte der DB Netz AG, die Bahn habe sich gewünscht, die Strecke früher wieder eröffnen zu können. Jedoch habe sich das Unternehmen in Abstimmung mit den bauausführenden Firmen für eine sichere Lösung entschieden. Die DB hatte wenige Tage nach Beginn der Streckensperrung einen Ersatzfahrplan eingesetzt und ein Umleitungskonzept für Personen- und Güterverkehre erarbeitet. Fernverkehrszüge enden vor dem gesperrten Abschnitt und fahren dann zurück. Güterzüge werden auf die Neckar-Alb-Bahn umgeleitet und können seit dem 7. September auch die Gäubahn nutzen. Zwischen Rastatt und Baden-Baden ist ein hochfrequenter Personenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rief die Bundesregierung dazu auf, den von Verkehrsausfällen betroffenen Bahnunternehmen finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Die wochenlange Sperrung wirke sich insbesondere für die Güterbahnen katastrophal aus, so VDV-Geschäftsführer Martin Henke. Es drohe eine dauerhafte Abwanderung von Kunden auf die Straße, zumal die derzeitigen Ausweichverkehre kaum wirtschaftlich durchführbar seien. Unbürokratische Unterstützung habe nun Vorrang vor der Ursachenanalyse, so Henke. Auch die Allianz pro Schiene nahm den Bund in die Pflicht und verwies darauf, dass die jahrzehntelange Unterfinanzierung der Schieneninfrastruktur dafür verantwortlich sei, dass auf der Rheintalbahn keine elektrifizierten Ausweichstrecken zur Verfügung stehen. Die Politik müsse mit einem Sofort-Elektrifizierungsprogramm dafür sorgen, dass Oberleitungs-Lücken im deutschen Netz schnell geschlossen werden. Das Verkehrsbündnis forderte von Bundesregierung und DB ein breit angelegtes Rückfallkonzept, um in Fällen wie Rastatt mit Alternativrouten einer Verlagerung von Gütertransporten auf die Straße entgegenzuwirken.

Der Bau des Tunnel Rastatt ist Teil der Maßnahmen auf der Neu- und Ausbaustrecke Basel-Karlsruhe. Dieser Abschnitt liegt auf der als Rheintalbahn bekannten Verbindung, die von Basel bis nach Mannheim reicht und Teil einer zentralen europäischen Güterverkehrsachse zwischen den Seehäfen Genua und Rotterdam ist. In dem Tunnel sollen Schnell- und Güterzüge unter der Stadt hindurch geführt werden. Bei den Vortriebsarbeiten war es am 12. August zum Absinken des Oberbaus und einer Verformung der Gleise gekommen, nachdem Gestein und Wasser in die Tunnelröhre eingedrungen waren. Die Ermittlung der Ursache wird nach DB-Angaben längere Zeit beanspruchen. (Stand: 09/2017)

Stabilisierungsarbeiten am beschädigten Streckenabschnitt in Rastatt-Niederbühl
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