Neue Brücken für das Pegnitztal

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Die Deutsche Bahn plant, die Bahnstrecke durch das fränkische Pegnitztal mit 23 neuen Brücken auszustatten. Die vorhandenen Brücken seien teilweise 100 Jahre alt und am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, begründete die Deutsche Bahn das Bauvorhaben. Die Kosten sollen sich auf rund 100 Millionen Euro belaufen.

Ein Nachbau der jetzigen Brücken ist demnach aufgrund der geltenden Normen nicht möglich. Bei einem Neubau der eisernen Fachwerkträgerbrücken, der in der Planung in Betracht gezogen worden ist, hätte die Konstruktionsweise nichts mehr mit der jetzigen Form zu tun und würde ungleich wuchtiger als die bisherigen Stahlkonstruktionen ausfallen, teilten die Brückenplaner mit. Außerdem hätte die Konstruktionsweise dann nichts mehr mit der jetzigen Form gemeinsam. Die DB stellte die Planungen, die unter anderem auch die Formierung und den Protest einer Bürgerinitiative ausgelöst haben, in den betroffenen Kommunen und im Landratsamt vor und erhielt dabei eigenen Angaben zufolge große Zustimmung.

„Wir investieren hier in die Zukunft der Strecke“, so ein Sprecher der Bahn. Die Mehrzahl der Brücken werden laut Unternehmensangaben schlanke Stahl-Verbundbrücken mit zurückgesetzten Brückenwiderlagern sein, die sich möglichst behutsam in die Umgebung einfügen. Die Planungen der DB sehen entgegen anders lautender Behauptungen keine „Betonbrücken“ vor. Durch das Zurücksetzen der Widerlager in die Bahnböschungen sollen die Flächen der Widerlager weitgehend durch die Dammböschungen verdeckt werden und nicht dominant wirken. Die Lebenserwartung der neuen Bauwerke soll rund 100 Jahre betragen.

Für die Erlangung des Baurechts sind mehrere Planfeststellungsverfahren  vorgesehen. Die Planunterlagen werden in den betroffen Kommunen öffentlich ausgelegt, so dass sich alle Bürger wie auch sämtliche Behörden einbringen können. Im Anschluss an diese öffentliche Auslegung entscheidet dann unter Abwägung aller Interessen das Eisenbahn-Bundesamt über das Baurecht.

Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den Bauabschnitt 1 zwischen Hersbruck und Vorra hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Denkmaleigenschaft für sämtliche Brückenbauwerke und Tunnel auf der Strecke festgestellt und im Herbst 2011 in die Denkmalschutzliste nachgetragen. Damit unterliegen die Brückenbauwerke
dem Denkmalschutzrecht.

Die Bahn lässt daher ein zusätzliches Gutachten durch ein renommiertes und unabhängiges Gutachterbüro erstellen, das alle möglichen Bauvarianten untersucht.

 

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Die Gänsebachtalbrücke – ein Beispiel deutscher Brückenbaukunst

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