Neue Alstom-Plattform für Rangierloks

Alstom hat eine neue Plattform für Rangierlokomotiven entwickelt, die auf dem Hybridkonzept des Konzerns basieren. Die dreiachsigen, robusten und umweltfreundlichen Maschinen können bis zu 100 Kilometer pro Stunde (km/h) schnell fahren, haben einen Kurvenradius von 60 Metern und eine hohe Zugkraft. Auf dieser Basis bietet Alstom drei verschiedene Antriebssysteme an: eine Hybrid-Version, eine Bauform mit zwei Motoren und eine einmotorige Variante.

Die neuen Loks können sowohl im Rangier- als auch im Streckenbetrieb eingesetzt werden. Da die Lokomotiven alle auf einer Plattform beruhen, können die Maschinen in Mischflotten miteinander operieren oder bei Wartungsarbeiten einfach ersetzt werden. Sie bieten darüber hinaus einen hohen Langzeitwert, da sie aufgrund ihrer Modularität leicht modifiziert und angepasst werden können. Die Lokomotiven verfügen zudem über einen hohen ergonomischen Standard. Ihre besondere Stärke zeigt diese Neuentwicklung beim Einsatz in Mischflotten zum Beispiel mit Doppeltraktionen im schwereren Streckendienst und anschließendem Rangier- und Verteilerverkehr als Einzelfahrer.

Die Hybrid-Variante ist ausgestattet mit einem 350 kW-Dieselgenerator und einer Batterie. In dieser Version ist die Lok besonders geeignet für den schweren Rangierbetrieb. Ein sparsamer und umweltfreundlicher Dieselgenerator lädt die Batterie und kann auch direkt den Elektromotor für Spitzenlasten antreiben. Bei Teillast fährt die Lok über Batterie und spart somit in dieser Variante 30 bis 50 Prozent Diesel gegenüber herkömmlichen 700-kW-Rangierlokomotiven.

Zudem bietet Alstom eine zweimotorige Variante, die besonders für eine Kombination aus Streckenverkehr und Rangierdienst mit unterschiedlichen Anforderungen geeignet ist. Zwei gleichstarke Motoren erlauben einen flexiblen Einsatz mit Leistungen bis zu 700 kW. Unter Teillast wird die Lokomotive mit nur einem Generator betrieben, damit können gegenüber einer herkömmlichen einmotorigen dieselhydraulischen Maschine 15 Prozent Diesel eingespart werden.

Als dritte Variation hat das Unternehmen eine einmotorige Zugmaschine mit 1.000 kW konstruiert. Diese Variante ist weltweit die erste Lokomotive dieser Stärke mit drei Achsen und einer Geschwindigkeit vom 100 km/h. Die Lok ist somit die flexibelste in ihrer Leistungsklasse und spart zudem bis zu 8 Prozent Diesel. Sie kann einzeln neben leichtem Streckenbetrieb auch ohne Einschränkungen für den Rangierbetrieb eingesetzt werden.

 

Hinweis

Weitere Informationen zum Thema "Fahrzeugtechnik" sind in der kommenden Ausgabe von Deine Bahn nachzulesen.

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