Investitionsranking zum Schienennetz

Im EU-Vergleich holt Deutschland nur langsam auf, Schweiz und Österreich weiter vorn

Deutschland hat im Jahr 2016 je Einwohner 64 Euro in die Schieneninfrastruktur investiert sich damit gegenüber 2014 um 15 Euro gesteigert. Das geht aus dem im Juli veröffentlichten Investitions-Ranking des Verkehrsbündnisses Allianz pro Schiene und des Beratungsunternehmens SCI Verkehr hervor.

Die Erhebung stellt regelmäßig die Ausgaben ausgewählter europäischer Staaten für das Schienennetz gegenüber und setzt dabei zwecks Vergleichbarkeit die Gesamtsumme ins Verhältnis zur Einwohnerzahl.

Die Bilanz fällt gemischt aus: Die Bundesrepublik hat sich merklich verbessert, was in erster Linie auf die mit der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II) zur Verfügung stehenden Mittel zurückzuführen ist, so Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin.

Im Ranking kletterte Deutschland hingegen kaum nach oben und gehört mit Spanien und Frankreich weiter zu den Schlusslichtern unter den ausgewählten Staaten. Der Abstand zu den Spitzenreitern Schweiz und Österreich (Pro-Kopf-Investitionen von 378 und 198 Euro) bleibt beträchtlich.

Selbst die Volksrepublik China liegt nach einer rasanten Aufholjagd in den vergangenen Jahren mit 79 Euro vor Deutschland, rechnete SCI-Geschäftsführerin Maria Leenen vor. Die Trendwende sei aber geschafft und die Zeiten chronischer Unterfinanzierung absehbar vorbei, so Fleege und Leenen.

Notwendig sind nach Angaben von SCI und Allianz pro Schiene durchschnittliche jährliche Investitionen von 80 Euro pro Kopf, um die Infrastruktur für das prognostizierte Verkehrswachstum zu ertüchtigen. (Stand: 08/2017)

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