Einnahmen, Fahrgäste, Bauprogramm: DB zieht positive Jahresbilanz 2016

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Die Deutsche Bahn konnte im Jahr 2016 ihren Umsatz und Gewinn sowie Fahrgastzahlen und Betriebsleistung steigern. Das geht aus der Jahresbilanz hervor, die der Konzernvorstand Ende März in Berlin vorgestellt hat. Der Umsatz stieg leicht auf 40,6 Milliarden Euro, während das Betriebsergebnis (vor Steuern und Zinsen) um 10 Prozent zulegte und bei 1,95 Milliarden Euro lag, was einem Nettogewinn von 716 Millionen Euro entspricht. Brutto investierte der Konzern knapp 2 Prozent mehr (9,5 Milliarden Euro), die Nettoschulden nahmen um 133 Millionen Euro zu. Europaweit beförderten die DB-Verkehrsunternehmen über 4 Milliarden Fahrgäste, das waren 2 Prozent mehr als 2015.

In Deutschland nutzten 140 Millionen Kunden die Züge von DB Fernverkehr, was einem Plus von 5 Prozent entspricht. Die Fahrgastzahlen bei DB Regio blieben konstant, im Schienengüterverkehr ging die Verkehrsleistung erneut zurück. Die Betriebsleistung im Schienennetz kletterte auf einen neuen Höchstwert von 1,07 Milliarden Trassenkilometer. Daran erreichten die Wettbewerbsbahnen erstmals einen Anteil von 30 Prozent.

Der neue DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Lutz sprach von einer Trendwende und nannte 2016 ein gutes Jahr für den Bahnkonzern, der nach dem Einbruch im Vorjahr in die Gewinnzone zurückgekehrt ist. Die positiven Zahlen sieht Lutz als Beleg für die Wirksamkeit des Programms Zukunft Bahn. Finanzvorstand Lutz war in der vorangegangenen Sitzung des Aufsichtsrates zum neuen DB-Vorstandschef ernannt worden. Er leitete den Konzern nach dem Rücktritt seines Vorgängers Rüdiger Grube bereits kommissarisch. Lutz behält die Zuständigkeit für das Finanzressort, das mit dem Vorstandsvorsitz verschmilzt. Der Aufsichtsrat bestätigte auf seiner Sitzung die Vorstände Berthold Huber (Personenverkehr) und Ronald Pofalla (Infrastruktur) bis 2022 in ihren Ämtern. Außerdem beschloss das Kontrollgremium, zwei weitere Vorstandsressorts „Digitales und Technik“ und „Güterverkehr & Logistik“ einzurichten. Sie werden von Lutz bzw. Huber übergangsweise geführt, bis die personelle Besetzung der neuen Ressorts geregelt ist. Der Aufsichtsrat kündigte eine zeitnahe Entscheidung an.

Netz-Modernisierung schreitet voran
Positiv blickt die Bahn auch auf das Baujahr 2016 zurück. Die Maßnahmen zum Erhalt der Schieneninfrastruktur im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen zwischen Bund und Bahn (LuFV II) liegen zur Halbzeit voll im Plan, sagte DB-Infrastrukturvorstand Pofalla Anfang März in Berlin. So seien die Qualitätsmängel im Netz seit 2010 um mehr als die Hälfte zurückgegangen. 197 Bahnbrücken wurden modernisiert. Gleichzeitig konnten die baubedingten Verspätungen um 11 Prozent verringert werden. In diesem Jahr wird es in Spitzenzeiten bis zu 850 Baustellen täglich geben. Zudem sind der Beginn von 15 Großprojekten und 16 Inbetriebnahmen geplant, darunter die verbleibenden Abschnitte im Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8. (Stand: 04/2017)

Der neue DB-Vorstandschef Lutz mit den Vorstandskollegen Huber (links) und Pofalla (rechts) bei der Präsentation der Jahresbilanz im ICE-Werk Berlin-Rummelsburg
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